Wie ihr ja wisst, trainieren wir im mentalen Fitnessstudio gesundes Denken, um unsere mentale Gesundheit zu fördern und damit gut für uns Psyche und Seele zu sorgen. Doch um gesundes Denken trainieren zu können, müssen wir erst einmal wissen, was denn überhaupt gesund und was ungesund ist.

Es ist ähnlich wie beim Essen: Wenn uns der Arzt sagt, Sie müssen sich gesünder ernähren, dann können wir das nur umsetzen, wenn wir eine Ahnung davon haben, welche Lebensmittel gesund und welche ungesund sind. Manchmal bekommen wir dazu eine Ernährungstabelle in die Hand gedrückt.

Was das Denken angeht, habe ich mir die Mühe gemacht, euch Gefühls- und Gedankenkategorien zusammenzustellen, die euch Impulse geben, in welchen Bereichen wir gesund denken und fühlen und in welchen nicht. So können wir schon mal ansatzweise herausfinden, wo unsere Stärken liegen und wo unsere Baustellen sind. Wobei die Einteilung nicht strikt zu sehen ist, zumal die Unterscheidung zwischen gesund und ungesund individuell unterschiedlich sein kann. Vorab dazu noch eine kleine Geschichte:

Ein Indianerhäuptling erzählt seinem Sohn folgende Geschichte: „Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Ärger, Neid, Eifersucht, Sorgen, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.“ Der Sohn frägt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“ Der Häuptling antwortet ihm: „Der, den du fütterst.“

Gedanken- und Gefühlskategorien, in denen überwiegend Gesundes zu finden ist:
Achtsamkeit, Akzeptanz, Anerkennung, Aufgeschlossenheit, Aufrichtigkeit, Ausdauer, innere Autonomie, Begeisterung, Bescheidenheit, Beten, Dankbarkeit, Demut, Disziplin, Einfachheit, Ehrfurcht, (Selbst-)Ehrlichkeit, Entdeckerfreude, Entschlossenheit, Entspannung, Erfüllung, Fairness, Flexibilität, Freiheit, Freude, Freundlichkeit, Frieden, Geborgenheit, Geduld, Gelassenheit, Genussfreudigkeit, Gerechtigkeit, gesunder Egoismus, gesunder Menschenverstand, gesunder Mittelweg, Gesundheit, Glaube, Gleichmut, Glück, Großzügigkeit, Güte, gute Laune, Halt, Heiterkeit, Hilfsbereitschaft, Hoffnung, Humor, Kompromissbereitschaft, Konzentration, Kreativität, Lachen, Lebendigkeit, Lebensfreude, Leichtigkeit, Liebe, Lob, Loslassen, Menschlichkeit, Mitgefühl, Motivation, Mut, Nachsicht, Neugier, Ruhe, Respekt, Selbständigkeit, Selbstbestimmung, Selbstbewusstsein, Selbstliebe,  Selbstsicherheit, Selbstwert, konstruktive Selbstkritik, Spaß, Stärke, Toleranz, Unangepasstheit, Veränderungsbereitschaft, Weite, Werte, Verantwortungsbereitschaft, Vergebung/Verzeihung, Versöhnlichkeit, Verständnis, Vertrauen, Vielseitigkeit, Willensstärke, Rücksichtnahme, Wertschätzung, Zielstrebigkeit, Zufriedenheit, Zuversicht

Gedanken- und Gefühlskategorien, in denen vermehrt Ungesundes zu finden ist:
Abhängigkeit, Angeberei, Angepasstheit, Angst, Anhaftung (Klammern), Ärger, Arroganz, Begierde, Blockadehaltung, Demotivation, Disziplinlosigkeit, Ehrgeiz (übertrieben), Eifersucht, Eitelkeit, Engstirnigkeit, Erwartungshaltungen, Fanatismus, Feigheit, Freudlosigkeit, Frustration, Gehässigkeit, Geiz, Gewissensbisse, Gleichgültigkeit, Grausamkeit, Groll, Grübelzwang, Hass, Hektik, Hilflosigkeit, Hinterlistigkeit, innerer Schweinehund, Intoleranz, Jammerei, Kontrollwahn, Krankheit, Lampenfieber, Langeweile, Lasterhaftigkeit, Lästerei, Lieblosigkeit, Lügen, Mangel, Maßlosigkeit, Minderwertigkeitskomplexe, Mitleid, Nachtragendsein, Neid, Niedergeschlagenheit, Ohnmacht, Opfergedanke, Rache, Rechthaberei/Besserwisserei, Reue, Rücksichtslosigkeit, Scham, schlechtes Gewissen, schlechte Laune, Schuld, Selbstüberschätzung, Selbstzweifel, Selbsthass, Sicherheitswahn, Sinnlosigkeit, Traurigkeit, Trotz, Unachtsamkeit, Undankbarkeit, Unentschlossenheit, Unfähigkeit zur Selbstkritik, Unfreundlichkeit, Ungeduld, Unruhe, Unselbstständigkeit, Unterwürfigkeit/Anbiederei, Verantwortungslosigkeit, Verbissenheit, Verbitterung, Verdrängung, Vergangenheitsbewahrung, Vergleiche mit anderen, Verklärung, Verschlossenheit, (Selbst-)Verurteilungen, Verzweiflung, Vorurteile, Vorwürfe, Wut, Zerstreutheit, Ziellosigkeit, Zorn, Zwänge, Zweifel, Zynismus

Im nächsten Schritt geht es dann darum, darauf zu achten, was wir an Gedanken konsumieren. Wir müssen ein Bewusstsein für unsere Gedanken und Gefühle entwickeln. Achtsames Gedankenbeobachten zählt – wie achtsames Essen beim Abnehmen – zu den Grundlagentechniken des gesunden Denkens. Die wichtigste Frage ist immer wieder:
Was denke und fühle ich gerade?
Gefolgt von der Frage:
Ist das jetzt gesund oder ungesund?

Weiteres Hintergrundwissen dazu findet ihr in meinem Buch. 😊