Im Januar bin ich quer durch Thailand gereist. Überall Tempel, Stupas und Buddha-Statuen – von klein bis monumental groß. Was die Zahl der Buddhas angeht, müsste das Land vom Buddha-Geist durchdrungen sein. Aber dem ist nicht so. Denn im Alltagsleben scheinen die Thais doch weit weg von Meditation und mentalem Training – Aufgaben, die eher den Mönchen vorbehalten sind. Wenn überhaupt, beschäftigt man sich mit Oberflächlichem. Ähnlich, als würde das Betrachten von Fitness-Studios oder Spenden und Opfergaben an eben diese das persönliche Workout ersetzen.

Ich habe wirklich Ausschau gehalten, aber abgesehen von ein paar Einheimischen, die zum Beten in den Tempel kamen, konnte ich das aktive Arbeiten am persönlichen Glück und an der persönlichen Weisheit nur im Kloster finden. Zum Glück bin ich, vor allem in Bangkok, in einige wenige Wats gekommen, die vom touristischen Trubel verschont sind und ein angegliedertes Kloster haben, in dem auch für Außenstehende Meditationsschulungen angeboten werden. In der Regel sind es 3- bis 10-Tage-Angebote, während derer man auch kostenfrei dort wohnen kann. Ein solches Angebot würde mich ja durchaus reizen, aber die spartanischen Unterkünfte und sanitären Anlagen samt den maroden Schließfächern schrecken mich ab. Los geht es übrigens morgens um 5 Uhr mit der Morgenmeditation, um 6 gibt es Frühstück, danach weiter bis um 11 Uhr, wo Mittagessen ansteht. Dass die beiden Mahlzeiten ähnlich spartanisch und gewöhnungsbedürftig sind wie die Unterkunft, versteht sich von selbst. Insgesamt geht das Programm bis um 21 Uhr, anschließend ist Bettruhe. Weil ich ja nur Kurzbesucher war, habe ich mich auf jeweils 30-minütige Meditationen in den schönen Tempeln mit den übergroßen goldenen Buddha-Statuen beschränkt.

Doch nochmal zurück zu den Thais, die buddhamäßig-mental nicht besser aufgestellt scheinen als der Rest der Welt. Von daher wäre McDenk auch in Thailand eine echte Notwendigkeit. 😊 Es hat mir auch schon in den Fingern gejuckt. Als ich mehrere Tage in einem abgelegenen Resort in Südthailand wohnte, war ich drauf und dran, an der Rezeption zu fragen, ob es ginge, dass ich abends von 17 bis 18 Uhr in dem kleinen Garten vor meinem Bungalow ein kostenloses Meditationstraining durchführen könnte. Im Geiste hatte ich es schon mal auf Englisch durchgeübt. 😉 Aber am Ende habe ich dann doch losgelassen – schließlich war Urlaub angesagt.