Alles ist im Wandel, nichts bleibt wie es ist, auf good-hair-days folgen bad-hair-days, auf Frühling und Sommer folgen Herbst und Winter, auf Aufs folgen Abs. Ständig ist unser Leben Schwankungen und Veränderungen unterworfen. Am liebsten sind uns die Hochs, die wir gern konservieren würden. Und auf die Tiefs, die uns runterziehen, könnten wir gut verzichten. Der Wandel schafft somit im Kleinen wie im Großen auch immer Leid. Und weil der mentale Umgang mit Leid das Hauptthema des Buddhismus ist, beschäftigt er sich wesentlich intensiver mit dem Wandel, als wir das gemeinhin tun. Um uns bewusst zu machen, dass Wandel zum Leben gehört und wir ihn mit möglichst ruhigem klaren Geist akzeptieren und dann mit ihm arbeiten. Uns weder von den Hochs glückstaumelig, noch von den Tief in den Keller katapultieren lassen. Also lernen, stärker in der Mitte zu bleiben.

Die Tiefs, zu denen Probleme, Stress, Enttäuschungen oder Existenzängste gehören, haben immer die Tendenz, unseren Selbstwert zu schwächen und Ängste auszulösen. Von daher ist in solchen Situationen das DenkRezept ANGST/PANIK hilfreich. Mit ihm trainieren wir Vertrauen, wecken den Kämpfer in uns, um selbstbewusst, mutig und stark die Situation in Angriff zu nehmen, und dabei klug und weise zu handeln. Parallel aktivieren wir immer wieder die verschiedenen Blickwechselmöglichkeiten, um unseren Geist in Balance zu halten. Und natürlich müssen wir auch tiefer schauen, um das Problem zu verstehen und an seiner (Auf-)Lösung zu arbeiten.

Der Wandel macht uns klar, dass alles vergänglich ist. Alles ist in Veränderung und geht vorbei. Gutes wie Schlechtes. Aussitzen in Form von Geduld haben kann daher schon sinnvoll sein. Aber auf der anderen Seite fordern uns gerade die Tiefs auch Haltungen ab: Wir treffen Entscheidungen, wir grenzen uns ab, wir gehen unseren ureigenen Weg durch diese Herausforderung. Denn Passivität schafft keine Lösungen.

Die höchste Stufe der Vergänglichkeit ist der Tod. Während der Tod bei uns ein Tabuthema ist, nimmt sich der Buddhismus logischerweise diesem Thema sehr stark an und fordert die Auseinandersetzung mit ihm zu allen Lebzeiten ein. Den Tod durchdenken, eine Haltung zum Tod einnehmen und auf den Tod mental vorbereitet sein, ist das Anliegen. Denn, so sagt ein tibetisches Sprichwort: „Der morgige Tag oder der Tod – wir wissen nie, was zuerst kommt.“ Also besser gerüstet sein. Das große Ziel ist, friedlich und erleuchtet, oder sagen wir besser, weise zu sterben. Die Angst zu überwinden und den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren. Auch in dieser extremen Situation den Geist ruhig und klar zu halten und sich in Loslassen und Achtsamkeit zu üben. Um letztendlich geläutert ins weiße Licht zu schreiten und darin aufzugehen. Soweit die Theorie.

Natürlich können wir uns es nicht immer aussuchen, wie wir sterben. Das Leben lässt nicht unbedingt die ideale Vorbereitung auf den Tod zu. Zudem kann das Sterben auch schmerzhaft und qualvoll sein. Dennoch erweist sich die Beschäftigung mit dem Tod als goldwert, nicht zuletzt für unser aktuelles Leben. Weil wir nämlich somit unser Leben auch besser zu schätzen und zu nutzen wissen.