Bei einer Weiterbildungsmaßnahme ging es neulich um das Thema Selbstwert. Zuerst wurde er theoretisch analysiert und dann anhand konkreter Beispiele. Wobei es vor allem darum ging, was unseren Selbstwert pusht und was ihn beeinträchtigt. Also wenn jemand uns liebt und lobt, dann wirkt sich das positiv aus, wenn uns jemand Gewalt antut oder kritisiert, zieht uns das runter. Erfolge bauen auf, Misserfolge machen klein. Dem folgte ein Test, bei dem ich im Unterschied zu den anderen Teilnehmern sehr gut abschnitt. Bei der Einzelbefragung durch den Trainer erklärte ich,  dass ich mich schon lange mit diesem Thema beschäftige und sogar ein Kurztraining dafür entwickelt habe. Und meinte: „Vor allem darf es nicht sein, dass unser Selbstwert von äußeren Geschehnissen abhängig ist. Denn wenn es mal schlecht läuft, wären wir ja mit dem Selbstwert völlig am Arsch – ausgerechnet dann, wenn wir ihn am dringendsten brauchen. Unser Selbstwert muss unabhängig sein. Und das ist er dann, wenn wir ihn regelmäßig und gezielt trainieren.“  Das stieß auf großes Interesse. Aber wie sollte das gehen???

Der Trainer bat mich nach vorn, um die Sache zu erklären. Und somit waren wir mitten in meinem SPECIAL DenkRezept SELBSTWERT oder Selbstwert-Meditation. In einer kurzen Einführung erklärte ich, dass unsere Gedanken und damit unsere Psyche ähnlich wie Körpermuskeln trainiert werden wollen. Und dass wir dabei mit mentalen Techniken arbeiten, die in Form von Denkrezepten zusammengefasst sind. Wobei ich auch die direkte Verbindung zwischen Selbstwert und psychischen Problemen, insbesondere Depressionen, ansprach. Da schon fiel mir auf, dass die „Männer-Reihen“, die vorher eher desinteressiert gewirkt hatten, plötzlich alle hellwach dabei waren.

Als nächstes erläuterte ich die drei Denkformeln, mit der wir bei der Selbstwert-Meditation arbeiten:
ICH LIEBE MICH UND BIN GENUG.
ICH BIN DER WICHTIGSTE MENSCH IN MEINEM LEBEN.
ICH BIN ES MIR WERT, GLÜCKLICH ZU SEIN.
Der Trainer notierte sie an der Tafel, und ich forderte die Teilnehmer auf, diese Kombi-Formel gleich zusammen mit mir dreimal laut zu wiederholen, und zwar lächelnd. Das war ein gutes Stichwort für den Trainer, der in den Raum rief: „Genau, genau! Lächeln ist wichtig! Warum lernen selbst Call-Center-Agents am Telefon zu lächeln, obwohl der Kunde sie gar nicht sieht?“  Damit war das auch geklärt, und es konnte losgehen: Ich sprach vor und die anderen sprachen mit. Was mich echt überraschte war, dass alle – auch die Männer, die so etwas doch eher peinlich finden – mitmachten. Zum Abschluss wurde begeistert geklatscht, und das Trainer-Fazit lautete: „Boah, ich fühl mich schon viel besser.“ Dann kam aus der Herrenriege noch das perfekte Abschluss-Statement: „Bringen Sie das hinaus in die Welt, das wird da dringend gebraucht.“
Was eine völlig ungeplante, aus dem Stehgreif gezauberte und gelungene McDenk-Einlage.