Unsere McDenk-Denkrezepte in ihrer Kurz- und Knappheit helfen uns immer, den Kopf auf Heilsames und Gesundes auszurichten. Ein wichtiger Beitrag für unsere Gesundheit und für besser im Leben klarzukommen und positiv zu bleiben. Natürlich können wir diese Meditationen auch verlängern, indem wir beispielsweise die Zahl der Atmungen oder des Aufsagens der Denkformeln erhöhen. Doch wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, wird sich unweigerlich mit längeren und anderen Formen der Meditation auseinandersetzen. Doch was macht man eigentlich, wenn man 45 Minuten oder gar eine Stunde lang auf dem Kissen sitzt? Die ganze Zeit nur auf den Atem konzentrieren? Sonst nix? Funktioniert das überhaupt?

Zumal es ja auch heißt, sich nur auf den Atem zu konzentrieren, würde etwas kurz greifen. Der Bodyscan als Läuterungsmeditation und die regelmäßige Liebende-Güte-Meditation (Metta) seien ebenfalls wichtig. Sollte man diese dazwischenschieben oder im Wechsel zur Atemmeditation üben? Zudem gibt es Empfehlungen für den Beginn und das Ende einer „langen“ Meditation. Erstmal das Herz öffnen, mit Freude dabei und mit Allem einverstanden sein, und am Ende nochmal über die Vergänglichkeit nachsinnen und die Meditation rekapitulieren.

Wer sich dann wie ich relativ stark mit dem buddhistischen Weg beschäftigt (wie ihr vielleicht schon in einem meiner Blogs gelesen habt, bin ich in dieser Hinsicht dem Buddha-Haus Projekt sehr verbunden), der stolpert zwangsläufig noch über die meditativen Vertiefungen. Sieben oder mehr sollen es sein, wobei die ersten beiden, Piti und Sukha, die bekanntesten sind. Wahrscheinlich weil der normale Mensch darüber auch gar nicht hinauskommt. 😉 Spätestens, wenn es in die höheren feinkörperlichen und formlosen Vertiefungen geht, die sogenannten Jhanas, wird es meiner Meinung nach extrem anspruchsvoll, verschwommen und abstrakt. Ich habe auch bis heute keinen Lehrer oder Übenden getroffen, der offen über seine persönliche Praxis und darüber, auf welcher Vertiefungsstufe er denn nun selbst steht und wie er konkret da hingekommen ist, gesprochen hätte. Natürlich ist es richtig, dass jeder von uns seinen individuellen Meditationsweg findet, aber dahin muss ich erstmal kommen und entsprechend Zeit und Kraft investieren. Dazu brauche ich Impulse und deshalb finde ich es hilfreich, wenn ich konkrete Vorschläge bekomme. Wie ihr seht, kommt hier bei mir wieder der „Trainingstyp“ durch. Es ist ähnlich wie im Sport oder in der Physiotherapie. Nicht umsonst heißt McDenk ja auch das mentale Fitnessstudio. So erklärt sich, dass ich ein Fan von dem physiotherapeutischen Youtuber „Liebscher & Bracht“ bin, der einem mit Videos wie „Mit 3 Übungen, die du wirklich jeden Tag machen solltest (gegen Schmerzen)“ echte Alltagshilfe gibt. Natürlich gäbe es noch tausend ähnlicher Übungen, die man diesbezüglich machen könnte, aber die will ich gar nicht alle wissen. Für meinen Bedarf reichen mir diese drei Übungen erstmal aus und helfen mir beim Einstieg. Vielleicht brauche ich gar nicht mehr. Insofern bin ich dankbar. Genau das lässt sich auf mein McDenk-Konzept übertragen.

Denn zu viel Wissen kann manchmal auch belastend oder verwirrend sein. Jedes Meditationsbuch und jeder Lehrer erklärt es mehr oder weniger anders. Dazu kommt, dass wir Gelesenes oder Gehörtes relativ schnell wieder vergessen oder durcheinanderwerfen. Wie war das jetzt nochmal? Manchmal frage ich mich, wie hat es jemand geschafft, sich zum wirklich „erfahrenen Meditierenden“ zu entwickeln, ohne Mönch oder Nonne zu sein? 😉 Zumal ja vieles gutgemeint, aber oft mit abstrakten Begriffen erklärt wird: „die innere Welt zur Wahrnehmung bringen“, „unser wahres Selbst, das unter all unseren Verklebungen und Blockaden versteckt ist, freischaufeln“, „den Weg der ICHlosigkeit beschreiten“, „die Realität so sehen, wie sie ist“. Das sind ja wahrhaftig keine so nachvollziehbaren Anweisungen wie 250 g Zucker mit drei Eiern vermengen. Dann gibt es noch Hürden, von denen man nichts geahnt hat, wenn es nämlich einerseits heißt, es sei alles ganz einfach, um im selben Atemzug zu erwähnen, man müsse natürlich stetig und lange Zeit üben. Und sollte sich wirklich einmal der meditative Wow-Effekt einstellen, solle man nicht so vermessen sein und den Durchbruch feiern. Denn der meditative Rückfall sei vorprogrammiert. Es sei eben mehr eine Wellenbewegung statt einer linear ansteigenden Geraden. Na Danke.

Ich bin wahrhaftig ein positiv eingestellter Mensch, aber bei all dieser Meditations-Komplexheit kommt mir schon mal der Gedanke: Finde den Fehler. 😉 Es kann doch nicht gott- oder universums-gewollt sein, es uns Menschenkindern so schwer zu machen. Kein Wunder, dass es nur ein Bruchteil unserer knapp 8 Milliarden Menschen Weltbevölkerung überhaupt auf die Reihe kriegen und sich ihrem Glück nähern.

Aber es ist, wie es ist. Ich will auch nicht hadern und verliere keineswegs meinen Glauben in die Wirksamkeit der Meditation und des gesunden Denkens, die unsere Psyche heilen und uns unserem Glück wesentlich näher bringen. Ich arbeite täglich wunderbar mit meinen Denkrezepten, aber bewege mich auch in den Weiterentwicklungen. Das hat sich übrigens auch Thich Nhat Hanh, der bekannte Meditationslehrer und Achtsamkeitsguru, gedacht, als er versuchte, Buddhas Lehre für die im Alltag stehenden Menschen einfacher zu machen. (Anm.: Am 22.1.22 ist Thich Nhat Hanh im Alter von 95 Jahren verstorben.) Von daher bin ich derzeit damit beschäftigt, eine „längere“ Basis-Meditation zu entwickeln und euch dabei mitzunehmen. Sobald ich sie aufgezeichnet habe, werde ich sie auf meinem Youtube-Kanal einstellen.

Und hier noch eine Empfehlung von mir:
Roland Nyanabodhi, ein wunderbarer spiritueller Lehrer, bietet ein neues Projekt an: Ab dem 15. Januar 2022 wird er für ca. 4-6 Wochen beinahe jeden Tag einen Vortrag von Zuhause aus aufzeichnen und seine Partnerin Tanja wird ihn am selben Tag auf den YouTube Kanal – Schule des Herzens stellen. „Du kannst jederzeit einsteigen und die Vorträge in deinem eigenen Tempo ansehen. Wir wollen uns Zeit zum Meditieren nehmen und die Themen ganz bewusst in unserem Alltag erforschen. Wir laden dich von ganzem Herzen ein mitzumachen.“

https://nyanabodhi.de/schule-des-herzens-forschungsreise/