Die Schule für antike Lebensweisheit, Mass und Mitte, postet jeden Tag eine philosophische Weisheit auf Facebook oder der eigenen Website. Von der heutigen fühlte ich mich sehr angesprochen, wohl weil ich, was die Kunst des Pausemachens und des Müßiggangpflegens angeht, definitiv Nachholbedarf habe. Beim „Nichttun“ kommt bei mir schnell das schlechte Gewissen um die Ecke. Wohingegen ich Meditieren als „Üben“ und damit im weitesten Sinne als „Arbeit“ ansehe 😉

Nachfolgend nun der Text:
(Copyright: www.massundmitte.de, Dr. Albert Kitzler)

Morgens soll man sich in einem ruhigen Zimmer niedersetzen und in den Schriften der Weisen lesen. (Kaibara Eikiken)

Vollständig lautet dieser Rat von Kaibara Ekiken:

„Morgens soll man sich in einem ruhigen Zimmer niedersetzen, Räucherstäbchen abbrennen und in den Schriften der Weisen deklamierend lesen, um so sein Gemüt zu erbauen und weltliche Gedanken abzulegen. Wenn die Wege trocken sind und es windstill ist, wandle man im Garten, spaziere, erfreue sich an den Pflanzen und bewundere die jahreszeitliche Natur. Auch wenn man dann ins Haus zurückkehrt, übe man die Freude des Müßiggänger.

Für Ekiken war die beschriebene morgendliche Meditation eine Sammlung des Geistes, Erweiterung des Wissens, Bildung der Persönlichkeit und ein Einstimmen auf die kleinen und großen Freuden, die das Leben – neben allen Beschwerlichkeiten – täglich für uns bereithält. Nur ein gesammelter, achtsamer Geist wird sie nicht übersehen. Solchen Freuden widmete er sich im Anschluss an diese Meditation in seinem Garten. Die Zeit dafür haben wir alle, wenn wir sie uns nur nehmen. Aber viele Menschen haben die „Kunst des Pausemachens“ (Thich Nhat Hanh) verlernt oder nie gelernt. Es herrscht ein ungesundes Missverhältnis zwischen vita activa (handeln, machen) und vita contemplativa (Ruhe und Selbstbesinnung). Die lateinischen Worte „meditare/meditari“, von denen sich das Wort Meditation herleitet, bedeuten nachdenken, nachsinnen, beachten, studieren, üben.

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Nutzen Sie die täglichen „Worte der Weisheit“, um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.

http://www.massundmitte.de/tagessaetze.html

Und ich habe noch eine Empfehlung für euch: Den Vortrag von Ayya Khema „Unser Leben beginnt jeden Morgen“, in dem sie unter anderem hilfreiche Tipps für unsere Meditation gibt.

https://www.youtube.com/watch?v=fid1wJh9Cxo&t=1992s