Wenn wir über den Job sprechen, meinen wir in der Regel das Berufliche. Heute Morgen beim Laufen habe ich darüber nachgedacht, dass das eigentlich zu kurz greift. Denn neben dem Berufsjob gibt es noch den Familienjob, der beinhaltet, sich um Haus, Hof, Kids und Familie zu kümmern. Und der für sich genommen manchmal auch schon ausreichend sein kann. Aber dann kommt noch ein weiterer Job hinzu: der Ich-Job, der bedeutet, dass wir uns gut um uns selbst kümmern. Also auf uns selbst achten und uns innen und außen manierlich pflegen, uns gesund ernähren und bewegen (selbst wenn sich manches davon mit dem Familienjob überschneiden kann). Aber der Ich-Job geht ja noch weiter: Uns über uns selbst und unser Leben Gedanken machen, mit unserem inneren Kritiker und unseren Gefühlen klarkommen, reflektiert sein und gegebenenfalls Korrekturen vornehmen, unsere Probleme und Streitigkeiten lösen, unsere Wehwehchen heilen, zur Ruhe kommen und in uns gehen (meditieren), unsere Hobbies pflegen und jeden Tag dazu lernen, motiviert, lebensfroh, selbstbewusst und positiv bleiben. Früher war ich mir über den Ich-Job gar nicht so bewusst, und schon gar nicht über seine Ausmaße. Heute habe ich regelrecht Respekt davor. 😉 Und frage mich oft, woher man für das alles die Zeit nehmen soll.

Es ist wirklich so, dass wir gerade den Ich-Job oftmals unterschätzen und vernachlässigen, was uns dann aber langfristig Probleme schafft. Es erinnert mich an das Dalai-Lama-Zitat:
Der Mensch opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen.
Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit zurück zu bekommen.
Er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht genießen kann.
Das Ergebnis ist, dass er weder die Zukunft noch die Gegenwart lebt.
Er lebt so, als würde er niemals sterben und er stirbt so, als hätte er niemals gelebt.

Und dennoch gilt auch für den Ich-Job: Nicht übertreiben. Denn das kann zu Egozentrik führen genauso wie zuviel Selbstkontrolle einen auch in den Wahnsinn treiben kann.

Dazu noch ein interessanter Aspekt aus dem Samurei:
„Wer nicht zuerst seinen Körper und Geist in Einklang gebracht hat, wird kein glückliches und erfülltes Leben führen/den Feind nicht besiegen/seine Ziele nicht erreichen.“

Dahinter steht die Forderung nach einer umfassenden Harmonie von Körper und Geist. Sie stellt für jeden von uns eine sehr komplexe mentale und physische Lebensaufgabe dar. Immer wieder drohen wir aus dem Gleichgewicht zu geraten und unsere Mitte zu verlieren. Seelisch-körperliche Gesundheit aber bedeutet Wohlbefinden und Glück. Andererseits werden zahlreiche körperliche Leiden durch unsere seelisch-geistige Verfassung hervorgerufen und umgekehrt.

Die Pflege von Körper und Seele ist daher Lebenspflege.